Jedes Jahr, sobald die Litschibäume in die Phasen des Triebwachstums, der Blüte und der Fruchtentwicklung eintreten, treten Schädlinge und Krankheiten nacheinander auf. In vielen Obstgärten werden die Blätter schwarz, die Blattunterseiten behaart, die Blattoberflächen höckerig und es kommt zu starkem Blattfall. Viele Anbauer verwechseln diese Symptome, wenden verschiedene Pestizide an, sehen aber kaum eine Besserung.
In Wirklichkeit haben verschiedene Schädlinge und Krankheiten völlig unterschiedliche Mechanismen: Manche sind pilzlicher, manche algenartiger Natur, manche sind Insektenschädlinge und andere werden durch Milben verursacht. Wird die Krankheit falsch identifiziert, ist die Spritzung umsonst.
Nachfolgend finden Sie eine Vergleichstabelle für häufige Schädlinge und Krankheiten der Litschi, gegliedert nach Symptomidentifikation → Auftretensmuster → Behandlungszeitpunkt → bevorzugte Pestizide. Speichern Sie sie für den Einsatz im Feld.
Schädlinge und Krankheiten | Typische Symptome | Auftretensprinzip | Hochrisikobedingungen | Vorbeugungs- und Behandlungspaket |
a: Cephaleuros virescens | Die Blattoberfläche zeigt runde, graugrüne bis rostrote Flecken mit einer rauen, rostähnlichen Textur. | Parasitäre Algen infizieren die Oberflächengewebe der Blätter | Hohe Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit, dichtes Obstgartenkronendach | Kasugamycin+Mancozeb+Organosilicium-Tensid |
b:Anthraknose | Blattspitzen mit Verbrennungen und schwarzbraunen Läsionen sowie Fruchtfäule | Pilzbefall und Ausbreitung im Gewebe | Anhaltendes Regenwetter und hohe Luftfeuchtigkeit | Difenoconazol+Pyraclostrobin+Organosilicium-Tensid |
c:Blattgallmücke | Die Blätter schwellen an und kräuseln sich und bilden gallenartige Strukturen. | Die Larven bohren sich in die zarten Blätter und stimulieren eine abnormale Gewebeproliferation. | Die Periode des Austreibens neuer Triebe | Clothianidin+Chlorantraniliprole+Emamectin Benzoat |
d:Rußtau | Die Blätter und Zweige wurden schwarz wie Kohlenstaub. | Der Honigtau von Blattläusen und Schildläusen fördert das Wachstum von Schimmelpilzen | Hohe Insektenpopulation und hohe Luftfeuchtigkeit | Movento+Imidacloprid+Mancozeb |
e:Erinose (Blattoberseite) | Die Blattoberfläche ist geschwollen und runzlig, mit Blasenbildung. | Filzige Hautläuse ernähren sich von Gewebe | Stadium der Frühjahrstriebe und jungen Blätter | Abamectin+Etoxazol+ Mineralöl |
f:Erinose (Blattunterseite) | Die Blattunterseite ist mit gelblichen bis bräunlichen Haaren bedeckt. | Die Wanze stimuliert eine abnormale Gewebevermehrung auf der Blattunterseite. | Warm und feucht, mit vielen zarten Trieben | Abamectin+Bifenazat+Organosilikon-Adjuvans |
a: Algenflecken: Es ist kein Rost – es ist Algenwachstum
Was stimmt nicht mit dieser Krankheit? Auf der Blattoberfläche befinden sich nahezu kreisförmige Flecken, die von graugrün über gelblichbraun bis rostrot reichen. Sie fühlen sich sehr rau an, als ob sie rostig wären. Im späteren Stadium altern die Blätter und fallen vorzeitig ab.
Algenfleck ist überhaupt keine Pilzkrankheit. Sein Erreger ist eine parasitäre Alge, die durch Regenwasser und Wind übertragen wird und sich auf der Blattoberfläche vermehrt. Obstanlagen mit dichten Kronen, hoher Luftfeuchtigkeit, schlechter Belüftung und einem Übermaß an alten Blättern sind besonders anfällig für Ausbrüche. Wie kann man sie bekämpfen? Vorbeugende Anwendung: Kasugamycin 1.000× + Mancozeb 600× + Organosilikon-Hilfsstoff 3.000× – gründlich sprühen. Bei starkem Befall: Kasugamycin + Zinkthiazol + Mancozeb, mit einer zweiten Anwendung 7 bis 10 Tage später. Denken Sie daran: Dies ist eine Alge, kein Pilz – verwenden Sie nicht wieder das falsche Mittel!
b:Anthraknose: Der "verborgene Killer", den Sie nicht kommen sehen – bis es zu spät ist
Anthraknose – diese ist heimtückisch! Im Frühstadium verfärben sich die Blattspitzen gelb – das fällt nur auf, wenn man genau hinsieht. Im mittleren und späten Stadium wird es ernst: schwarzbraune Nekrosen, Fruchtfäule, Blattfall und Fruchtabwurf – ganze Blätter fallen reihenweise ab. Bei hoher Luftfeuchtigkeit erscheinen rosafarbene, klebrige Sporenlager auf den Läsionen – das kann einem eine Gänsehaut bereiten. Der Erreger lauert still in befallenen Zweigen, infizierten Früchten und abgefallenen Blättern. Wenn die Bedingungen günstig sind – hohe Temperaturen, anhaltende Regenfälle und neuer Austrieb – schlägt er schnell zu. Das ist eine Zeitbombe! Wie bekämpft man es? Vorbeugende Anwendung: Difenoconazol 1.500× + Pyraclostrobin 2.000× + Organosilikon-Tensid 3.000×. Bei starkem Befall: Difenoconazol·Azoxystrobin + Prochloraz + Kasugamycin – alle 7 Tage ausbringen. Keine Nachlässigkeit!
C: Lychee-Blattgallmücke: Blattbeulen sind kein Nährstoffmangel
F: "Lehrer, meine neuen Blätter kräuseln sich und haben Beulen – fehlt es an Dünger?"
A: Fehlender Dünger? Keineswegs! Das ist die Blattgallmücke!
Symptome: Gekräuselte Blätter, Beulen, Verformungen, verdicktes Gewebe – in schweren Fällen kommen die neuen Triebe einfach nicht voran. Öffnen Sie eine Beule – und Sie finden jedes Mal die Larven.
Wirkungsweise: Erwachsene Mücken legen Eier auf zarte Blätter. Die Larven schlüpfen, bohren sich ein und saugen Saft. Dies löst abnormales Zellwachstum aus – es bilden sich Gallen. Stellen Sie es sich so vor, als würde die Mücke ein Haus in Ihrem Blatt bauen!
Behandlung:
Clothianidin 1.500× + Chlorantraniliprol 2.000× + Emamectinbenzoat 3.000×.
Thiamethoxam + Lambda-Cyhalothrin + Emamectinbenzoat.
- Spritzen Sie die JUNGEN TRIEBE! Dort spielt sich das Geschehen ab.
D:Rußtau: Diese schwarzen Blätter – der Pilz ist nicht der wahre Übeltäter!
Fehler des Anbauers: "Blätter sind schwarz – muss ein Pilz sein. Volle Ladung Fungizide!"
Die Wahrheit: Falsches Ziel! Der schwarze Rußtau ist nur ein Symptom. Das eigentliche Problem sind Insekten.
So funktioniert es:
- Blattläuse, Schildläuse und Weiße Fliegen ernähren sich von Ihrem Baum.
- Sie sondern
Honigtau ab – eine klebrige, zuckerhaltige Substanz.
- Rußtaupilze ernähren sich von diesem Honigtau und vermehren sich auf der Blattoberfläche.
- Ergebnis: Schwarze, rußartige Schicht auf Blättern und Früchten.
Der Beweis: Wischen Sie die schwarze Schicht ab – das darunterliegende Blattgewebe ist noch grün und gesund. Daran erkennen Sie, dass es sich nicht um eine echte Krankheit handelt!
Die Lösung:
- Bekämpfen Sie die Insekten mit
Spirotetramat 4.000× + Imidacloprid 2.000× + Mancozeb 600×.
- Sobald die Insekten bekämpft sind, blättert die Rußschicht von selbst ab und fällt ab.
Goldene Regel zum Merken: Rußtau? Sprühen Sie nicht zuerst Fungizid – finden Sie die Schädlinge!
e+f:Erineum-Milbe: Diese Blasen und Flaum auf Ihren Blättern? Es sind Milben, keine Krankheit!
Blasenbildung, Faltung und Kräuselung auf der Blattoberseite – in späteren Stadien Verdickung und Verhärtung – das ist die Erineum-Milbe (Filzkrankheit). Gelbliche Haare auf der Blattunterseite, die sich gelbbraun bis dunkelbraun verfärben – in schweren Fällen rollt sich das gesamte Blatt ein – auch das ist die Erineum-Milbe.
Der Erreger ist weder ein Pilz noch ein Bakterium – es ist die Lychee-Filzmilbe (Gallmilbe)! Der Befall junger Blätter stimuliert abnormales Gewebewachstum – Blasen oben, Haare unten – beide Seiten sind betroffen!
Wie behandelt man es?
- Vorbeugende/frühe Anwendung:
Abamectin 3.000× + Bifenazat 2.000× + Organosilikon-Tensid 3.000×.
Abamectin + Etoxazol + Mineralöl – zweimal hintereinander im Abstand von 7 Tagen anwenden.
Denken Sie daran: Überprüfen Sie die Blattunterseite auf Filzkrankheit – verwechseln Sie sie nicht mit anderen Problemen.
Litchi-Blattfäule – Identifikations- & Bekämpfungsleitfaden
Krankheitsmerkmale
Die Litchi-Blattfäule befällt hauptsächlich die Blätter der Obstbäume. Die Krankheit tritt zunächst an der Blattspitze oder am Blattrand auf, erscheint als braune Flecken, die später graubraun bis grauweiß werden, mit dunkelbraunen oder purpurbraunen, leicht welligen Rändern. Die Grenze zwischen krankem und gesundem Gewebe ist klar definiert. In späteren Stadien erscheinen dichte schwarze kleine Punkte – die Pyknidien (Fruchtkörper) des Erregers – auf den Läsionen.
Kurz gesagt: braune Spitzen → sich ausbreitende grau-weiße Läsionen → violett getönte Ränder → dichte schwarze Flecken. Vier Schritte zur Erkennung.
Auftretensmuster
Die Erreger der Blattfäule sind komplex und umfassen verschiedene Pilze wie Alternaria spp., Colletotrichum spp. und Pestalotiopsis spp. Die Erreger überwintern auf kranken oder abgefallenen Blättern. Im Frühjahr des folgenden Jahres produzieren sie Konidien (Sporen), die durch Wind und Regen verbreitet werden.
Zeitlicher Verlauf: Setzlinge in Baumschulen zeigen ab Anfang Juni Symptome; ausgewachsene Bäume ab Juli. Die Hauptzeit ist August–September, nach Oktober allmählich abnehmend. Seien Sie besonders wachsam in Jahren mit anhaltenden Herbstregenfällen.
Bekämpfungsstrategien
Kernprinzip: Zuerst die Baumvitalität stärken, dann sprühen. Da es sich um einen Schwächeparasiten handelt, ist ein gesunder Baum für ihn viel schwerer zu infizieren.
Schneiden Sie überfüllte Äste sowie schwache/kranke Äste rechtzeitig zurück, um die Luftzirkulation und Lichteinstrahlung zu verbessern und die Luftfeuchtigkeit im Obstgarten zu senken.
Chemische Bekämpfung (Anwendung im Frühstadium):
Bei Krankheitsbeginn die folgenden Mittel im Wechsel anwenden:
- 25% Benomyl·Zink-Cycloheximid EC
700× Verdünnung, oder
- 50% Chlorbromisocyanursäure
wasserlösliches Pulver 1.000× Verdünnung
Wechseln Sie zwischen diesen Produkten, um Resistenzbildung zu vermeiden
Litschi-Coniothyrium-Blattfleckenkrankheit
Krankheitsmerkmale
Die Krankheit befällt die Blätter. Befallene Blätter entwickeln kleine, nahezu kreisförmige bis unregelmäßige Läsionen, die meist von der Blattspitze oder dem Blattrand ausgehen und sich später zu graubraunen Läsionen mit schwarzen kleinen Punkten – den Acervuli (Fruchtkörpern) des Erregers – auf der Oberfläche ausdehnen.
Bekämpfungsmethoden
Wenden Sie die folgenden Fungizide im Frühstadium der Krankheit an:
Fungizid | Verdünnungsverhältnis |
70% Mancozeb WP | 600–800× |
40% Chlorothalonil SC | 500–600× |
30% Kupferoxychlorid SC | 400–600× |
50% Prochloraz-Manganchlorid WP | 1.000–1.500× |
45% Triadimefon·Thiram WP | 600–800× |
10% Difenoconazol WG | 1.000–2.000× |
25% Propiconazol EC | 1.500–2.000× |
50% Iprodion WP | 1.500–2.000× |
Gleichmäßig durch Sprühen ausbringen, mit einer zweiten Anwendung 10–15 Tage später.
Litschi-Blattfleckenkrankheit / Litschi-Braunfleckenkrankheit
Krankheitsmerkmale
Die Krankheit befällt ausgewachsene und alte Blätter. Die Läsionen erscheinen auf der Blattoberfläche oder am Blattrand. Anfangs sind es kleine braune Flecken, die sich allmählich zu kreisförmigen bis nahezu kreisförmigen Läsionen vergrößern. Mehrere Läsionen können miteinander verschmelzen und größere Bereiche abgestorbenen Blattgewebes bilden. Die Läsionszentren sind grauweiß mit kleinen schwarzen Punkten, während die Ränder dünn und braun sind.
Bekämpfungsmethoden
Im frühen Krankheitsstadium können folgende Fungizide angewendet werden:
Fungizid | Verdünnungsverhältnis |
30% Kupferoxychlorid SC | 600× |
77% Kupferhydroxid WP | 600–800× |
50% Prochloraz-Manganchlorid-Komplex WP | 1.500× |
50% Carbendazim WP | 600–800× |
75% Chlorothalonil WP | 1.000× |
50% Prochloraz-Manganchlorid-Komplex WP | 1.500× |
45% Triadimefon·Thiram WP | 600× |
Litschi-Echter Mehltau
Krankheitsmerkmale
Der Echte Mehltau-Pilz bildet eine mehlige Schicht auf der Litschifrucht. Die Pilzhyphen sind kurz und flach und breiten sich in den Rissen zwischen den Fruchtwarzen (Höckern) aus. In schweren Fällen kann die Infektion die gesamten Warzen bedecken. Wenn die Frucht reift, wird die Schale braun und wird steif, was die Fruchtqualität stark beeinträchtigt.
Bekämpfungsmethoden
Wenden Sie die folgenden Fungizide an:
Fungizid | Verdünnungsrate |
43% Tebuconazol SC (Horizon / Folicur) | 3.000× |
240 g/L Flusilazol EC (Nustar / Fushixing) | 3.000–5.000× |
40% Schwefel·Carbendazim SC (Miebingwei) | 300× |
Alle 7–10 Tage anwenden, 2–3 aufeinanderfolgende Spritzungen.